SLO – 12 Jahre Kurse, Workshops, Stammtische

Für viele Leser sicher weniger interessant, für mich aber schon bedeutend: Nachdem seinerzeit vier schon etwas ältere Erwachsene sich im Mai 2002 auf den Namen Senioren-Lernen-Online, SLO, geeinigt hatten, haben wir am 01.10.2002 mit den ersten Online-Treffen unsere Lernangebote gestartet. 12 oft spannende Jahre, deren Entwicklung ich kurz skizzieren möchte.

Technik

Für das Online-Lernen war im Jahr 2002 genau wie heute bei allen Teilnehmern ein möglichst breiter Internet-Zugang erforderlich. Breit bedeutete damals ISDN mit 64 Kb/s und grenzte alle diejenigen aus, die noch mit einem analogen Modem ins Netz gingen. Wir waren daher auch froh, wenn alle ihr Headset richtig angestöpselt hatten und über die Nutzung einer Kamera haben wir kein Wort verloren. Auf der Softwareseite kamen Intervice und Centra zum Einsatz, deren Zugänge uns noch aus der beruflichen Tätigkeit zur Verfügung standen.

Die Entwicklung von Netzbreite und Software zur Kommunikation auch mit Gruppen ging weiter. Wir waren eine Zeitlang sehr glücklich, wenn wir uns zum Sprechen über Skype trafen und die Präsentationen über View und später Mikogo zeigen konnten. Diese überwiegend kostenlosen Anbieter wurden dann auch von immer mehr unserer TeilnehmerInnen ganz privat genutzt. So hat sich Skype wohl heute zum Standard für private VoIP-Kommunikation entwickelt.

In den Netzen wurden die ISDN-Anschlüsse immer mehr von breitbandigeren DSL-Anschlüssen abgelöst, so dass unser Augenmerk immer wieder auf die damit mögliche Video-Unterstützung gelenkt wurde. Mit Skype konnten sich zunächst 4er-Gruppen, jetzt auch 10er-Gruppen, per Video-Chats treffen, in denen jeder Teilnehmer auch seinen Desktop den anderen präsentieren kann. Spannend ist auch das Google-Angebot Hangout bzw. Hangout on Air. Wir nutzen es seit über einem Jahr, z.B. für die Aufzeichnung von Live-Interviews.

Methodik

Vor 12 Jahren war ich als Moderator noch froh, wenn sich alle Teilnehmer verstehen konnten und dann auch endlich meine sorgfältig vorbereiteten PowerPoint-Präsentationen sehen konnten. Online-Kommunikation war für die meisten Teilnehmer völlig neu. Man sprach mit dem Computer-Bildschirm und konnte dort sein Gegenüber nicht einmal sehen! Der Moderator konnte also seine 30 (?) Folien in 60 Minuten zeigen und hoffen, dass mindestens einige Zuschauer etwas davon mitbekamen. Wir nannten diesen klassischen Frontalunterricht Kurse.

Für mich begann nach kurzer Zeit ein relativ langer Lernprozess, der das Ziel hatte, möglichst viele Teilnehmer zu eigenen Aktivitäten zu bewegen. So wurden Übungen und kleinere Aufgaben am Ende der Online-Treffen verteilt, damit sie zwischen den Treffen erledigt werden konnten. Zu Beginn des nächsten Treffens konnten dann ggf. aufgetretene Fragen besprochen werden. Wir nannten dieses Lernangebot dann Workshops.

In den letzten Jahren habe ich mich jetzt ganz darauf konzentriert, Themen aufzugreifen, diese in diesem Weblog zu problematisieren, ggf. kleine Hausaufgaben zu formulieren und dann in Online-Treffen überwiegend die Teilnehmer mit ihren Fragen, Problemen und Anregungen zu Wort und zu Bild kommen zu lassen. Dieses Lernangebot firmiert bei SLO dann unter Stammtische.

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5 Gedanken zu „SLO – 12 Jahre Kurse, Workshops, Stammtische

  1. Ursula Fritzle

    Ich habe gerade etwas gesehen über Videozuschaltung von Referenten und Speakern via Hangout oder Skype, vielleicht was für die Europäische Schiene von SLO?
    http://www.sozial-pr.net/mobile-video-show-5-video-fuer-events-und-vortraege/

    Was ich aber beim ersten Lesen Deines Beitrags dachte: Sehr wichtig sind doch auch die bilateralen hilfreichen Skypes oder was auch immer mit Dir!

    Und da Alois vor mir kommentiert hat, fällt mir natürlich auch unser Workshop mit 1000 Mikes ein, das war eine lange, spannende und ausführliche Zusammenarbeit in Kleingruppen.

    Ich habe gestern Musik-Kassetten entsorgt und dabei ein Interview gefunden, in dem ich 2005 über eine Stunde zum Internet befragt wurde für ein Projekt. Solche Rückblicke sind gar nicht so schlecht. Im Nachhinein bin ich sehr beeindruckt davon, was ich damals alles schon wusste 🙂 Und später obendrauf als Sahnehäubchen SLO, was will man mehr.

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    1. Horst Sievert Autor

      Danke für den Video-Link (dürfte für denkbare internationale Projekte interessant sein). Neben dem Teamtreffen sind natürlich auch bilaterale Treffen hilfreich (für TeilnehmerInnen UND ModerstorInnen, der Anstroß sollte aber von Teilnehmerseite kommen).

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