leichtR – Hilfsbereitschaft 2.0

Screenshot App leichtR auf iPhone

Screenshot Horst Sievert: App leichtR auf iPhone

Die Idee der Macher von leichtR hat mir sofort gefallen. Wir alle helfen gern, doch manche Helfer fürchten, dass ihre Hilfsbereitschaft ausgenutzt wird. Sie denken: Sobald ich als Spezialist für eine Sache bekannt bin, werde ich mit Arbeit überrannt. Das möchte leichtR vermeiden, denn die Anfragen nach einer Hilfe über die App leichtR erfolgen nicht direkt, sondern an eine Gruppe. Sobald sich ein Helfer gefunden hat, verschwinden die Anfragen wieder aus der Gruppe. Ob das nur in der engen Nachbarschaft oder auch, wie bei Senioren-Lernen-Online üblich, mit über ganz Deutschland verteilte Anfragen klappt, wollte ich wissen.

Gruppe gründen

Zunächst einmal bedarf es Interessenten, die eine Hilfegruppe gründen möchten. Das ist bis Ende 2015 wohl noch kostenlos, danach werden 19,95 €/Monat fällig – fast 240 /Jahr, nicht gerade wenig ;=(. Damit sind dann aber auch alle Anfragen potentieller Nutzer abgegolten. Ich habe zum Testen die Gruppe Senioren-Lernen-Online gegründet und hatte bereits das erste Problem: Damit die Gruppe gesucht werden kann, muss eine Postleitzahl angeben werden. Damit ist die Nachbarschaft natürlich auf einen sehr kleinen Bereich begrenzt. Ich wohne in einer unter 24119 erreichbaren Gemeinde am Stadtrand von Kiel. Kiel selbst hat aber geschätzte 10 PLZ und meine Idee vom bundesweiten Einsatz hat sich damit praktisch erledigt.

Anfragen stellen

Das Stellen der Anfragen ist einfach: App leichtR – gibt es für Android und iOS – laden, mit der eMail-Adresse registrieren, auf Bestätigung durch den Admin der Gruppe warten und schon kann gefragt werden. Man muss nur kurz schreiben, wobei Hilfe gewünscht wird, kann aber durchaus auch Details und ggf. eine Gegenleistung nennen. Etwas störend wurde von den meisten Mittestern die zwingende Angabe einer Telefonnummer für Rückfragen genannt. Dürfte nicht auch zunächst nur die eMail-Adresse reichen?

Fazit

Bei dem Angebot handelt es sich wirklich um Hilfsbereitschaft 2.0, denn es nutzt die durch Smartphone und Tablet denkbaren Aktivitäten. Doch leider dürfte das auch ein Problem sein, denn ein großer Teil der älteren potentiellen Nutzer besitzt immer noch keines dieser modernen Geräte. Dazu schreibt Uta, eine meiner MittesterInnen:

Es scheint mir für bestehende Gruppen eine gute Kommunikationsmöglichkeit zu sein, aber wie kommen Außenstehende auf die Idee diese Apps zu nutzen?

Und Ursula, eine weitere Testerin, merkt folgendes an:

Knackpunkt: Wie kriegt man in eine Gruppe Interessierte hinein? Preis wird einen Initiator eher abschrecken?

Hier besteht dann allerdings auch eine Chance für Vermieter, Firmen, Gastronomen, Apotheker, Ärzte, Initiativen und engagierte Privatpersonen: Sie könnten nicht nur die laufenden Kosten für eine Gruppe übernehmen, sondern auch die Anschaffung eines Smartphones fördern.

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4 Gedanken zu „leichtR – Hilfsbereitschaft 2.0

  1. Ursula Fritzle

    Das mit den PLZ ist auch in einer einzigen Stadt problematisch, ich kenne Menschen in 10 Minuten Entfernung, die haben schon eine andere PLZ.
    Du hebst auf Smartphones ab, ich vermute, die sind bei Älteren eher nicht die Regel. Aber leichtR gibt es doch auch für PC und scheint dort nach meinem Eindruck in der Testphase am besten zu klappen.
    Ich stelle mir charismatische und mitreißende Menschen vor, die für regionale Kontakte direkt ansprechen: : Pfarrbüros, Soziale Dienste, Sozialrathäuser, Kindergärten, Schulen, Bibliotheken und mehr.

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  2. Robin Böhm

    Hey Horst,

    vielen Dank für dein Test und das Feedback!
    Ich selber bin Entwickler an der Platform und freue mich wenn Leute sich damit beschäftigen, somit können wir mit dem Feedback das System besser und besser machen! Wir haben Montag das nächste Meeting und planen die nächsten 2 Wochen der Entwicklung, dort werde ich dein Artikel mal in die Runde werfen 🙂

    Die Suche bei der PLZ ist eine Umkreissuche die aktuell glaube auf 10km eingestellt ist, das machen wir aber noch variabel Einstellbar – ist aktuell noch nicht gut kommuniziert in der Anwendung – werden wir ändern!

    @Ursula: Genau so stellen wir uns das vor! Am besten zahlt am Ende der End-Nutzer so wenig wie möglich(am besten garnichts) und Leute/Institutionen/Unternehmen mit den Mitteln oder auch wirtschaftlichen Interesse an dem Einsatz des Systems tragen diese Kosten. Aktuell ist ja eh noch alles Umsonst und wir wollen LeichtR erstmal für alle so nützlich wie Möglich machen! Unsere Miete müssen wir trotzdem irgendwie zahlen und suchen da ein akzeptables Modell für alle.

    @Horst & @Ursula: Wenn Ihr wollt könnt Ihr euch gerne direkt mit mir in Verbindung setzen und durch Ideen und Feedback die Entwicklung von LeichtR mit beeinflussen. Wir freuen uns über jeden der uns auf diesem Weg hilft! 🙂

    lg
    Robin Böhm

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    Antwort

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